Donnerstag, 9. Juni 2011

Schreibjournal 09. Juni 2011: Recherchedetails

Wie schon im vorigen Post kurz angedeutet, bei "Wind und Feuer" habe ich nun, kaum, dass es als Vorschlag an den Verlag rausgegangen ist, einige Details ändern müssen. Einfach typisch! Aber es ging nicht anders. Weil ich mir vorher natürlich wieder zu wenig wirklich genaue Gedanken über Zeiten und Orte gemacht hatte, ich blauäugiges Geschöpf (vielleicht taugt es ja als Entschuldigung, dass ich tatsächlich blaue Augen habe ...?). Zum Beispiel:

Ich wollte meine Leutchen aus dem ersten Schauplatz mit der Kutsche abreisen lassen. Erstens war ich mir noch nicht hundertprotzentig sicher, an welchen zweiten Ort denn genau - dazu habe ich schon einmal gepostet. Und zweitens war mir völlig unklar, wie schnell so eine Kutsche denn wohl fuhr - typischer Anfängerfehler. Für das "Schwänchen" brauchte ich das ja nicht zu wissen, da wird ja hauptsächlich per pedes durch Wald und Wiesen gestrolcht. Aber in "Wind und Feuer" ist es nun doch recht wichtig. Man möchte ja nicht eine Reise "ein paar Stunden lang" nennen, wenn sie in Wirklichkeit drei Tage gedauert hätte. Das sollte nicht sein.
Nun sind aber diese dussligen Kutschen tatsächlich furchtbar langsam gewesen, unvorstellbar. Das hat letzten Endes dazu geführt, dass ich mehrere Dinge ändern musste: Es gibt jetzt erst eine Zugfahrt (da wisst Ihr schon mal ein bisschen mehr über das Buch: Es gibt noch Kutschen, aber auch schon Eisenbahnen ... ;-)), da kommt man nicht drumrum. Und der wichtige zweite Schauplatz wird komplett verlegt, lustigerweise dorthin, wo ich ihn ganz zu Anfang eigentlich gesehen hatte. 
Ich konnte das Ganze auch gut verifizieren, habe nämlich liebste Verwandte aus der Gegend, die sich noch lebhaft an frühere Zeiten erinnern. Na, nicht bis ins Kutschenzeitalter, natürlich, aber immerhin.

Kurzzeitig war mir übrigens die Danziger Bucht vorgeschwebt, mit dieser entzückend eigentümlichen Halbinsel Hel oder Hela. Die war aus verschiedenen Gründen letztlich aber doch ungeeignet, unter anderem auch wegen der Entfernung - im Buch wie im Leben: Selbst mit Auto statt Kutsche ist es bis dort für mich ein bisschen weit, und ich möchte die Orte kennen, über die ich schreibe. Also: Adieu, Danziger Bucht, vielleicht ein anderes Mal!

Soweit für heut - als dann,
Lilach