Freitag, 29. April 2011

Lilachs Schreibjournal

Ich habe mir in den letzten Tagen zu der geplanten Rubrik "Über das Schreiben" noch etwas Gedanken gemacht und mich dabei daran erinnert, was ich selbst eigentlich am liebsten auf den Websites von Schriftstellern lese: Schreibjournale. 

Man findet sie manchmal auch in Schreibratgebern, wie z.B. in Elizabeth Georges wunderbarem "Wort für Wort". Ich liebe diese Tagebücher über die kleinen und großen Kämpfe im schreiberischen Alltag. Sie geben keine hehren Ratschläge, stellen keine Regeln auf, gaukeln keine Allgemeingültigkeit vor. Sie beschreiben einfach, was ist, was passiert, wenn man sich wieder (und wieder und wieder ...) an diesen Schreibtisch setzt und den Kampf - oder den Traum, je nach Tagesform - von Neuem aufnimmt. Ich persönlich fühle mich viel weniger allein, wenn ich lese, dass andere genauso verzweifeln wie ich, genauso grübeln; genauso euphorisch werden können über winzigste Fortschritte.

Deshalb denke ich, dass ein solches Schreibjournal, wenigstens erst einmal, die nützlichste Form wäre.  Und ganz zufällig (hm, hm) bin ich ja gerade mitten im Anfang des kleinen Werks, das der Nachfolger meines Schwänchens werden soll. Der einzige Haken besteht nun natürlich darin, vom Schreiben des Buchs zu erzählen, ohne den Inhalt zu verraten. Ich bin noch nicht ganz sicher, ob das funktionieren wird; wir werden es einfach gemeinsam herausfinden müssen. 

Jedenfalls verkünde ich hiermit (Fanfare, bitte!) den Vorsatz, von nun an wenigstens einmal in der Woche von den Fort- und Rück- und Seitenschritten meines neuen Buches zu erzählen, und ich werde mir alle Mühe geben, dass es nicht langweilig wird ;-) Zu diesem Zweck bekommt das ungeborene Kind auch gleich einen tollen eigenen Schreibjournal-Geheim-Bloß-nichts-verraten-Namen: "Pickeldi und Frederick" - hm, nein, das ist wohl nicht so günstig ... "Der Herr der Ringe" - ach, ich weiß nicht so recht ... Nein, ich glaube, ich nehme:

"Von Wind und Feuer".

Das klingt gut. Passt außerdem schon, gewissermaßen. Wer weiß, nachher gefällt das dem Verlag sogar noch besser als der eigentliche Arbeitstitel ... Man wird sehen. Ihr solltet Euch jedenfalls schon einmal darauf einstellen, dass es diesmal kein All Ager, sondern ein wirkliches Jugendbuch werden soll, wenn ich das hinbekomme (ah, wenn Ihr nur wüsstet, was ich danach plane ...). 

Und ich habe mir aus verschiedenen grässlichen, aber leider zwingenden Gründen einen sehr straffen Zeitplan vorgegeben. Übermorgen, am Sonntag, steht danach eine erste Mammutsitzung an, oder, was für mich jedenfalls eine Mammutsitzung ist - ich verrate die Seitenzahl nicht, die ich mir vorgenommen habe, sonst muss ich mich nachher noch in Grund und Boden schämen, wenn es nichts wird. Oder, selbst wenn es klappt, vor denen, die gewohnheitsmäßig doppelt so viel hinbekommen. Aber gerade am Anfang geht es nun mal eher langsam voran bei mir. Schon, weil ich mir alles dreihundertmal vorlesen muss, jeden Satz, um zu hören, ob es so  - ENDLICH! - richtig klingt.

Bis nächste Woche also erst einmal! Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende.
Lilach